Medienmitteilung
«Sonst stirbt das Dorf»: Astrid Mühlebach und ihr Einsatz für Mosen
So energisch wie die Forderung, ist auch die Frau, die dahintersteht. «Das ehemalige Schulhaus ist so etwas wie die Seele von Mosen», sagt Astrid Mühlebach. Viele Vereine hätten hier ein Zuhause gefunden. «Wenn sie hier keine Veranstaltungen und Proben mehr durchführen können, stirbt das Dorf», sagt sie. Das Dorf, das ist Mosen, ein Ortsteil der Gemeinde Hitzkirch mit 300 Einwohnern, beschaulich gelegen direkt am Hallwilersee.
Es scheint fast, als sei der Zweckbau aus den 1990er-Jahren zu einer Art zweites Zuhause für sie geworden. Unzählige Stunden hat sie hier verbracht und vor fünf Jahren haben sie und ihr Mann ihren 50. Geburtstag in einem ehemaligen Schulzimmer gefeiert. Es steckt Herzblut dahinter, wenn sie sagt: «Diese Räumlichkeiten eignen sich einfach nicht für Asylbewerber. Wie will man hier menschenwürdige Unterkünfte schaffen, in denen die notwendigen Privatsphäre sichergestellt wird?»
Mühlebach, die seit über 15 Jahren in Mosen wohnt, ist ausserdem Vorstandsmitglied der lokalen SVP. «SVP-Politikerin will Flüchtlingsunterkunft verhindern», dies gäbe eine knackige Schlagzeile. Doch sie winkt ab. «Ich habe schon ein SVP-Gedankengut. Dies hat nichts damit zu tun, dass mich gegen den Verlust des Schulhauses wehre», versichert Mühlebach.
«Mich hat fast der Schlag getroffen, als ich am 30.November einen Anruf der Gemeinde erhielt», erinnert sich Astrid Mühlebach. Seither hat sie nur eine Mission. Sofort beginnt sie über zwei Whatsapp-Gruppen den Widerstand zu organisieren. An der einen Tag später stattfindenden Gemeindeversammlung stellen die Einwohner von Mosen rund 40 der 140 Teilnehmer Einwohner. Vergeblich versucht die 55-Jährige einen Antrag einzubringen, dass die Gemeinde kein Geld für den Umbau des Schulhauses ausgeben darf.
Sie macht sich auf die Suche nach anderen Räumlichkeiten , die für Familien geeignet sind. Überraschend schnell wird sie fündig. Mit dem «Kreuz» fordert das Beizensterben im Dezember 2022 auch in Mosen ein Opfer. Weniger als 500 Meter vom umstrittenen Schulhaus eröffnet sich dadurch unerwartet eine neue Option. Mühlebach ergreift die Chance und erhält von der Besitzerin der Liegenschaft eine Vollmacht mit den Asylbehörden zu verhandeln.
Allerdings stellt Mühlebach eine Bedingung: im «Kreuz» dürfen nur Familien aus der Ukraine untergebracht werden. In ihrer Anwesenheit besichtigen Vertreter der kantonalen Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen die Hotelzimmer.
Die Planung für den Umbau des Schulhauses läuft indes weiter. Mit ihrer Initiative zur Verhinderung von Asylunterkünften Schul- Sport- und Freizeitanlagen will Mühlebach den Prozess stoppen. Bis am 20.April hat sie Zeit die notwendigen 300 Unterschriften zu sammeln. Sie setzt dabei auf die Moser. «Im Zentrum von Hitzkirch interessieren unsere Sorgen in Mosen die Leute nicht sehr stark», meint sie.
Astrid Mühlebach sprach sie damals für die Fusion aus. Sie vertraute darauf, dass die ehemaligen Dörfer ihre Eigenheiten bewahren könnten. «Das Schulhaus und der dazugehörige Sportplatz als Refugium für die Vereine ist der letzte Rest an Eigenständigkeit, den man uns noch gelassen hat. Nun will man uns den auch noch wegnehmen.»
Wenn sich niemand für die Vereine wehre, nehme man den Gemeindeteil Mosen bald gar nicht mehr wahr. Zuerst habe sie sich geärgert, als die «Luzerner Zeitung» schrieb, «Vereine sind ihr wichtiger als Flüchtlinge». «Doch eigentlich trifft dies meine Haltung», sagt Mühlebach.
SVP Hitzkirch